Kino.to legal? Der Alptraum der Filmindustrie hat einen Namen

kino.to

Kino.to die wohl am meisten diskutierte und meistgenutzte Webseite in Deutschland. Kino.to streamt Filme und Serien kostenlos und illegal. Die Deutschen Behörden haben keine Gewalt über die Betreiber – die Seite ist auf einer Insel im Südpazifik registriert.

Gibt man bei Google den Suchbegriff „Kino.to“ ein erhält man über 73 Millionen Ergebnisse. Laut Alexa ist die Seit auf Platz 48 der meistbesuchten Webseiten in Deutschland. Kino.to schmückt sich mit verschiedenen Designs, jeweilig mit Helden von aktuellen Kinohits, wie z.B. „Avatar“. Die Auswahl an Filmen und Serien ist gigantisch, oft sind bereits Film verfügbar die aktuell im Kino gezeigt werden. Die Auswahl an Serien umfasst alles was im deutschen Fernsehen jemals gezeigt wurde oder wird. Alles in passabler Qualität und sofort kostenlos abrufbar – letztendlich stellt Kino.to den Albtraum der Filmindustrie dar.

Jedoch schützt sich die Seite durch mehrere Faktoren, die ein Vorgehen der Filmindustrie gegen die Betreiber erschwert bis gänzlich unmöglich macht. Die Domainendung „.to“ weißt drauf hin das die Registrierung der Domain auf der Pazifikinsel Tonga liegt. Die Sever auf der die Webseite gespeichert ist, stehen in Russland. Damit ist Kino.to außerhalb der juristischen Reichweite und die Jagd nach dem Betreiber und der Schließung der Webseite durch die Filmwirtschaft bislang erfolglos.

Die Seite schützt sich zusätzlich noch durch den bloßen Verweis auf die Filme und Serien, sprich die eigentlichen Video-Dateien werden nicht auf der Webseite selbst gespeichert. Auf Kino.to werden „nur“ die Verweise auf die Filme und Serien gesammelt, die auf das Angebot Dritter führen. Der Dschungel an verschiedenen Video-on-Demand Anbietern die mit Kino.to zusammenarbeiten ist schwer durchschaubar und noch schwieriger zu lokaliseren. Die Seite verkündetet zum Schutz dann auch noch das zum Zeitpunkt der Linkesetzung keine „illegalen Inhalte auf die verlinkenden Seiten erkennbar waren“. Und Distanziert sich damit von dem Inhalt Dritter.

Die Links führen zu einem Streaming Angebot Dritter bei dem der Besucher die Filme oder Serien nicht Downloadet sondern in einem kontinuierlichen Datenstrom Zwischenspeichert. Dies schützt die Besucher von Kino.to , da die Rechtslage in Deutschland  im Bezug auf „Streaming“ zu eineindeutig ist und der Besucher durch diese Technik nicht zum Anbieter für Andere wird, dadurch muss also keine Post von Anwälten der Filmindustrie befürchtet werden.

Wie bereits beschrieben ist die Rechtslage in Deutschland in Bezug auf das Anschauen von Streams nicht eindeutig geklärt. Dadurch stellt sich immer wieder die Frage ob das Betrachten der Streams legal ist? Offenbar fragen sich dies auch viele Besucher der Webseite, der nächste Suchbegriff der von Google vorgeschlagen während der Eingabe von „Kino.to“ ist „Kino.to legal?“.

In Deutschland ist nach dem Urheberrecht das Herunterladen von “offensichtlich rechtswidrig” hergestellten oder rechtswidrig angebotenen Filmen nach § 53 des Urhebergesetzes strafbar. Um ein “offensichtlich rechtswidriges” Angebot handelt es sich im Regelfall, wenn der Anbieter kein Recht hat den verfügbaren Inhalt anzubieten. Auf kino.to trifft dieser Sachverhalt jedoch offensichtlich zu.

Jedoch greife das Recht auf eine Privatkopie gemäß § 53 UrhG hier nicht, dadurch halten viele Juristen laut momentan gegebener Rechtslage das Streaming für legal. Die Uneinigkeit ist groß, fest steht, es handelt sich um illegal zur Verfügung gestellten Inhalt durch die Betreiber von Kino.to. Das heißt dass das Augenmerk auf den Betreibern liegt, als auf den Benutzern, da diese durch die Rechtslage nicht eindeutig Haftbar gemacht werden können. Zusammenfassend, die Nutzung von Kino.to ist aufgrund des “offensichtlich rechtswidrigen” Angebots illegal, jedoch können gegen die Benutzer der Webseite aufgrund der ungeklärten Rechtslage keine Anklage erhoben werden. Somit ist das Betrachten der aktuellen Kinofilme nicht nur eine Gewissensfrage – im Kino oder auf Kino.to? Sondern auch eine Frage der Rechtslage.

Wir raten Ihnen das rechtswidrige Angebot von Kino.to nicht in Anspruch zu nehmen und distanzieren uns ausdrücklich von dem Angebotenen Inhalt der Webseite.

Bildmaterial: kino.to

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