Google Street View spaltet die Gemüter der Republik

Nach einer Woche Google Street View in Deutschland wird Bilanz gezogen und es muss vermeldet werden, dass die Meinungen um die neuen Panoramabilder nicht weiter auseinandergehen könnten. Bereits im Vorfeld des Street View-Starts in Deutschland hatten tausende Ihre Wohnhäuser verpixeln lassen. Einerseits aus Furcht vor virtuellen Erkundungstouren durch Einbrecher, andererseits aus Angst um Ihre Privatsphäre, denn im Vorfeld war nicht klar, welche Aufnahmen genau bei Google Street View zu sehen sein werden.

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Doch nicht alle sind im Einklang mit den vielen Verpixelten Häusern, welche bei einer virtuellen Stadttour durch Berlin, München oder Dresden zu sehen sind. Allen voran haben Immobilienmakler ein berechtigtes Interesse, dass ihre Häuser unverpixelt im Web zu sehen sind, denn ein Hausverkauf oder Vermietung gestaltet sich einfacher, wenn bei einem Besuch auf Google-Maps kein beton-farbener Pixelblock den Interessenten anlächelt. Denn wenn einmal ein Gebäude unkenntlich gemacht wurde, ist es laut Aussage Googles nicht mehr einfach möglich, das Gebäude wieder aufzunehmen, da die Veränderung aus Datenschutzgründen in Deutschland auf dem Rohmaterial durchgeführt worden wäre. Nach dem aktuellen Datenfauxpa in Orlando scheint diese Aussage jedoch auch fragwürdig.

Unter dessen formiert sich in den Weiten des deutschen Webs eine aktive Gegenbewegung. So rufen eine Personen auf, die verpixelten Häuser manuell per Kamera abzulichten und über den Bilderdienst Panoramio auf Google-Maps einzufügen. Die dort hochgeladenen Bilder werden über Geo-Tags dem jeweiligen Standort zugeordnet und bei Google Maps  neben dem unkenntlich gemachten Haus ausgezeigt. Und das ohne den obligatorischen 3-5 Jahren veralteten Daten.

Eine weitere Gruppe hatte im Stadtteil Bergerhausen (Essen) eine weitaus radikale Variante der Meinungsäußerung gewählt. Doch bewarfen Gegner des Pixelmatsches jene Häuser, welche bei Street View unkenntlich gemachten worden, mit Eiern und verteilten Aufkleber mit der Aufschrift „Google’s cool!“. Ob dieses Tat der weiträumig durchgeführten Sachbeschädigung Konsequenzen nach sich ziehen wird ist bis dato noch ungewiss.

Wie stehen Sie zu Google-Street View? Diskutieren Sie mit!

Artikelbild: Streetview (Google)

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