Mythos Kino.to – Traffic einer Megaplattform – Substitutionsversuche möglich?

Der Schlag der Kripo Dresden kam aus dem nichts und traf mitten in das Mark der illegalen Streamingszene des Internets. Die Link-Verteilungsplattform Kino.to wurde am 7. Juni 2011 vom Netz genommen und eine der 50 meist besuchten Webseiten Deutschlands, bzw. 850 weltweit, verschwand im Nichts. Nur eine kurze Nachricht der Kriminalpolizei wies auf den Schlag gegen die Betreiber Kino.to’s hin. Ein Kommentar von Erique Feltoin

In zahlreiche Internetforen sprangen daraufhin die Debattiermaschinen an. Nahezu alle Onlinemagazine berichteten vom Aus der Piraterieplattform und beleuchten die Hintergründe. Doch nicht nur Rechteinhaber der Filme können nun etwas ruhiger denn je schlafen, auch die Infrastruktur Internet hat nun wieder ein Müh mehr Spielraum.

Einbruch des Internetverkehrs

Das Ausmaß, mit welchem Kino.to genutzt wurde, wird sich dem einzelnen nicht sofort erschließen, sind doch diesbezügliche Informationen im Internet rar gesät. SplusK hat jedoch keine Mühen gescheut, diese Informationen aufzubereiten.

Durch den Wegfall der Streaming- und Downloadzugriffe des vor allem im deutschsprachigen Raum genutzten Streamingportals konnten bei den großen One-Klick-Hostern, welche weltweit enormen Datenverkehr produzieren, teilweise extreme Zugriffseinbußen verzeichnet werden. Auf Grundlage der Alexa-Daten konnte errechnet werden, das der dritt-frequentierteste Anbieter an Filmstreams von Kino.to mit einem Einbrach von 55% Datenverkehr zu kämpfen hat. Archiv.to zählt zwar nur zu den 5000 beliebtesten Webseiten der Welt, jedoch reiht sich dieser One-Klick-Hoster damit in Größen wie mafiawars.com und eventim.de ein.

Grobe Schätzung der jeweiligen Marktanteile OHCs am Datenstrom Kino.to's

Grobe Schätzung der jeweiligen Marktanteile der OHCs am Datenstrom Kino.to's

Die Einbrüche der zweitbeliebtesten Hoster von Kino.to waren prozentual weniger erstaunend, als bei vorhergegangenen Beispiel, kann jedoch auf Basis des Webseitenrankings in der Trafficstatistik für Staunen sorgen. So verzeichnet Duckload, eine der 360 beliebtesten Webseiten weltweit (!) einen Besucherrückgang von 16%. Hochgerechnet auf beispielsweise ehemals eine Millionen Kino.to-Nutzer, welcher bei 9% der Fälle auf einen Stream von Duckload zurückgegriffen haben fallen alleine so 18.000.000 MB Traffic pro Tag weg. Dies entspricht der Datenmenge von 18 große, tragbaren Festplatten.

Der absolute Klickprimus vom ehemaligen Kino.to, Megavideo, verzeichnet sogar einen Rückgang von 17%. Megavideo zählt zu der 120 meist besuchten Webseiten weltweit! Welches Ausmaß dies hat, wird klar, wenn man sich auf der Zunge zergehen lässt, das Megavideo.com mehr Besucher als amazon.co.uk abbekommt und in einer Liga mit Deviantart.com & imageshack.com spielt.

Schätzung des täglichen Traffics durch Kino.to

Schätzung des täglichen Traffics durch Kino.to - Basis: 120MB pro Datei, 1 Mio Nutzer tgl. - Angabe in TB

Diese Daten beleuchten auch die Seiten Abseits der Mainstreamdebatten um moralisches Für und Wieder der ehemals vorhanden Streamplattform Kino.to. Der dadurch eingesparte Datenverkehr wird sicherlich in einiger Zeit Substituiert sein und auf andere Portale abfallen, ist jedoch dennoch erstaunlich und sollte für Anbieter legaler Möglichkeit Anreiz genug sein, die nun Serien- und Filmsuchenden auf Ihre Plattformen zu locken.

Ausblick

Denn eines zeigt der Fall Kino.to auf das deutlichste. Die Nachfrage nach Serien und Dokumentationen ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz enorm. Anbieter, welche jetzt schnell und überlegt reagieren – ein Portal, welches in Funktionalität und Bedienbarkeit ähnlich dem von Kino.to ist etablieren – und dabei auf der legalen Seite des Gesetzes operieren, können sich dem Zulauf der Serienliebhaber und Filmgucker sicher sein.

Daten basierend auf alexa.com – Hochrechnung nur grobe Näherungen

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