Italien – Pompeji erlebt seinen zweiten Niedergang

Die weltbekannte antike Römerstadt Pompeji erlebt derzeit einen zweiten Niedergang. Nach dem Einsturz eines etwa zweitausend Jahre alten Gladiatoren-Gebäudes wurde jetzt sichtbar, in welch katastrophalen und erbärmlichen Zustand sich diese Ausgrabungsstätte, die wohl die bedeutendsten in ganz Italien ist, befindet. Pompeji zählt zum Unesco-Weltkulturerbe, aber jahrelanger Streit über Kompetenzen, Misswirtschaft und auch Vandalismus lassen nun die antike Römerstadt am Fuße des Vesuvs ein zweites Mal untergehen.

Warum es dazu kam und wer die Schuld daran trägt, darüber streiten sich die Verantwortlichen. Die meisten geben dem italienischen Kulturminister Sandro Bondi die Schuld. Viele Stimmen mehren sich und fordern den Rücktritt des Politikers. Gestern musste er vor der Abgeordnetenkammer in Rom Rede und Antwort stehen und erklären, wie es zu dem Einsturz kommen konnte. Er musste auch Vorschläge einreichen, was getan werden muss, um Pompeji überhaupt noch retten zu können. Immerhin zählt diese Stätte zu den meist besuchtesten Orten in Italien und lockt jährlich mehrere Millionen Menschen an.

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Im Jahr 2008 hatte sogar Ministerpräsident Silvio Berlusconi einen Sonderkommissar für die antike Stätte ernannt, aber passiert ist nichts. Weiter herrscht dort das Chaos und der Zerfall nimmt weiter seinen Lauf. Doch nicht nur Pompeji ist in Gefahr. Alle Monumente in Italien sind gefährdet und bei allen historischer und kulturellen Relikten droht das gleiche Unheil wie am Fuße des Vesuvs. Jahrelanges Missmanagement mit veruntreuten Geldern, Bestechungen, Verwendung von billigen Materialien haben diesen Zerfall beschleunigt und können jetzt kaum noch gestoppt werden.

Artikelbild: flickr – Creativ Commons Lizenz (Name) – Mikael Miettinen

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