Viktor Bout, „Händler des Todes“, an die USA ausgeliefert

Nach langem Ringen war es am Dienstag endlich soweit. Der mutmaßliche Waffenhändler Viktor Bout wurde von der thailändischen Regierung an die USA ausgeliefert. Der Russe wurde unter strenger Bewachung von Bangkok an Bord eines Flugzeuges gebracht und nach New York ausgelogen. In den USA wird ihm der Prozess gemacht. Unter anderem wird ihm Unterstützung von Terrorismus vorgeworfen.

„Lord of War“ Auslieferung war ein politisches Tauziehen

Die Auslieferung des Russen Viktor Bout gestaltete sich als schwierig und entfachte sowohl ein politisches als auch ein juristisches Tauziehen. Denn für Russland und für die USA ist der Waffenhändler gleichermaßen wichtig. Beide Staaten sollen versucht haben, das Verfahren in Thailand zu beeinflussen. Schlussendlich hatte sich das thailändische Kabinett eingeschaltet und sich dem Berufungsgericht angeschlossen, dass Bout an die USA ausgeliefert wird.

Bout, der ehemalige Offizier der sowjetischen Luftwaffe wurde bereits im März 2008 in einem Luxushotel in Bangkok festgenommen. Dort hatten ihn verdeckte US-Beamte, unter den Vorwand Waffen für die FARC kaufen zu wollen, hingelockt.

Seinen Namen „Händler des Todes“ hat sich Bout redlich verdient. Ihm werden illegale Waffengeschäfte mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens vorgeworfen. Des Weiteren werden ihm auch Waffengeschäfte mit dem früheren liberianischen Diktator Charles Taylor und dem libyschen Staatschef Muammar Gaddafi nachgesagt. Während des Bürgerkrieges in Angola hat er an beiden Seiten verdient. Russland hält ihn übrigens für unschuldig und für einen seriösen Geschäftsmann. Was daran liegen könnte, dass er über intime Kenntnisse über russische Militär- und Geheimdienstoperationen verfügt, die bei einem Prozess in Amerika auf den Tisch kommen könnten.

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Artikelbild: flickr – Creativ Commons Lizenz (Name / gl. Bed.) – VanDerFoto

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