HSV: Aufsichtsratsvorsitzender Becker zieht sich zurück

Horst Becker wird seine Amtszeit als Vorsitzender des HSV-Aufsichtsrats am 9. Januar 2011 beenden. An diesem Termin findet eine ordentliche Mitgliederversammlung statt. Der 70-jährige Becker hatte in den letzten Monaten mehrfach angedeutet, dass er kein Interesse an einer weiteren Amtsperiode habe.

Für den HSV könnte Beckers Rückzug Folgen haben. Becker war einer der großen Fürsprecher des Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann und deswegen selbst in die Kritik geraten. Hoffmann wird von vielen Fans kritisch gesehen, weil er es in den letzten Jahren nicht geschafft hat, im sportlichen Bereich Kontinuität zu erzeugen. Zuletzt hatte es auch Zweifel an der wirtschaftlichen Kraft des Clubs gegeben.

Der Nachfolger Beckers wird maßgeblich darüber entscheiden, wie der HSV in der nahen Zukunft aufgestellt sein wird. Ex-Präsident Jürgen Hunke hat bereits angekündigt, dass er in sich in den Aufsichtsrat wählen lassen möchte. Hunke hatte Hoffmann zuletzt massiv kritisiert, weil dieser 12,5 Millionen Euro von dem privaten Investor Klaus-Michael Kühne im Gegenzug für eine Beteiligung an Transfererlösen angenommen hatte.

Das größte Problem des HSV ist derzeit, dass die sportliche Kompetenz im Verein nicht ausreichend ist. Bernd Hoffmann dominiert den Verein und hat mit Bastian Reinhardt einen relativ schwachen Sportdirektor installiert. Schon bevor der Ex-HSV-Spieler Reinhardt den Vertrag unterschrieben hatte, war seine Position beschädigt worden durch eine monatelange Kandidatensuche.

Der HSV steht am Scheideweg. Mit Horst Becker verlässt eine der Schlüsselfiguren den Club. Die nächsten Monate könnten turbulent werden. Neben Hoffmann steht auch Trainer Armin Veh in der Kritik. Alles in allem deutet jedoch nichts darauf hin, dass die aktuellen Ereignisse dem HSV in irgendeiner Weise nützen könnten. Die sportliche Talfahrt wird durch Querelen im Verein eher noch begünstigt.

Bild: Wikipedia – CCL

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