Hoffenheim: Hopp als Geschäftsführer?

Dietmar Hopp, der milliardenschwere Mäzen von 1899 Hoffenheim, ist in den letzten Wochen in die Kritik geraten. Besonders seine Rolle beim Wechsel von Luis Gustavo zu Bayern München wird dabei problematisiert. Obwohl Hopp kein Amt beim Bundesligisten innehat, war er bei den Verhandlungen dabei.

Das ist deswegen schwierig, weil es in der Bundesliga die Regel gibt, dass kein Investor mehr als 50 Prozent eines Clubs besitzen darf. Das ist auf dem Papier auch in Hoffenheim erfüllt, allerdings glauben viele Beobachter, dass Hopp de facto der Besitzer des Vereins sei. Das zeige sich auch daran, dass er die wichtigen Entscheidungen treffe.

Das Problem ist auch Hopp bewusst, doch er möchte sich nicht vor Gericht um die Durchsetzung einer 50+1-Regel bemühen. In einem Interview mit der „Sport Bild“ präsentiert er deswegen eine andere Möglichkeit: Er könne sich vorstellen, einen Vertrag als Geschäftsführer bei 1899 Hoffenheim zu unterschreiben.

Allerdings wäre die Stelle nicht mit einem Gehalt dotiert und auch nicht mit einer speziellen Aufgabe verbunden. Ob ein solcher Posten tatsächlich dazu führen würde, dass die Kritiker verstummen, darf aber bezweifelt werden. An der grundsätzlichen Konstellation würde sich nämlich nichts ändern. Nach wie vor wäre Hoffenheim von den Hopp-Millionen abhängig.

Die sauberste Lösung wäre es, wenn die DFL eine 50+1-Regel schaffen würde. Dann könnte Hopp den gesamten Club kaufen und müsste sich nicht mehr bei jeder Entscheidung rechtfertigen. Allerdings wird diese Regel wohl so schnell nicht kommen. Die DFL möchte verhindern, dass Investoren sich einen Verein kaufen können und dann nach Gutdünken beherrschen. Sollte allerdings ein Investor den Klageweg beschreiten, könnte das aktuelle Regelwerk sehr schnell in sich zusammenfallen, da es wahrscheinlich nicht mit EU-Recht vereinbar ist.

Artikelbild: Wikipedia – Creativ Commons Lizenz – Dietmar Hopp

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