Deutsche Wirtschaft – Aufschwung ohne Puste?

Die Finanzmärkte tanzen seit März 2009 Samba. Ständig steigende Kurse und die schneller Erholung nach harten Korrekturen lassen die Analysten weiter nach den Sternen greifen und Dax-Höchststände lassen schon keinen mehr aufhorchen.

Anders sieht das bei der Konjunktur aus. Zwar stellte der Aktienmarkt immer eine Vorläuferfunktion dar, die große allumfassende Wende blieb jedoch aus.

Nicht unerheblich lastet dabei der Arbeitsmarkt auf den Statistiken. Grundlegend konnten die Barometer wie Auftragseingang und Exportrate Richtung Norden drehen, eine Wende bei den Neueinstellungen bleibt jedoch weiter aus. Im Gegenteil. Viele Dax-Konzerne planen weiterhin passiven Stellenabbau.

Zusätzlich zu den Aktien stiegen auch die Rohstoffpreise in den letzten Monaten rasant und so könnte vor allem der explodierende Rohölpreis als Konjunkturbremse für den Arbeitsmarkt wirken.

Deutschland bereit für den Volldampf

Leider ist letzterer sehr entscheidend für den von den Deutschen so geliebten Sozialinstanzübergreifenden Wohlstand Zwar scheffeln die Konzerne dank voller Auftragsbücher wieder ordentlich Gewinn, dieser wandert jedoch in so wenig Taschen, wie nie zuvor.

Dies kann, so Experten, in weiter Zukunft zu weiteren sozialen Divergenzen führen. Aber auch die Konjunktur per se ist noch nicht über den Berg. Trotz der steigenden Gütertransportraten kann von einem Konjunkturlevel, wie vor dem Frühjahr 2008 nicht die Rede sein.

„Die Wirtschaft steht in Deutschland auf sehr wackligen und knochigen Beinen“, so ein SplusK-Experte. „Jetzt mit voller Kraft voran, als wäre nie etwas gewesen führt zwangsläufig in die nächste Katastrophe…“, sprach Martin Görner gegenüber SplusK.

Für diese Einschätzung spricht auch das DIW. Dieses Institut sieht Wachstumsraten von etwa 1,8% für 2011 voraus. Dies sind sehr geringe Steigerungen und lassen einen nachhaltigen Aufschwung nicht vermuten.
Größtes Problem stellt nun die frühere Kurzarbeitsregelung. Auf Grund der etwa gleichbleibenden Beschäftigungszahl pro Betrieb bleibt nun der Bedarf nach neuen Arbeitskräften auf der Strecke. Zudem haben die Firmen gelernt zu sparen und können besser denn je mit Nachfragespitzen und Nachfragesohlen umgehen.

So sprechen die Experten von etwa 3,38 Millionen Arbeitslosen im Jahr 2011. Dies sind nur unwesentlich weniger als heute.

Die größte Wunder wird derzeit durch den Schuldenberg gebildet. Dabei kann mit einem erneuten Verstoß gegen den Maastrichtvertrag gerechnet werden. 2010 und 2011 wird mit Sicherheit eine extreme Neuverschuldung auf die Bundesrepublik Deutschland zukommen. Dank hoher Infrastrukturwerte ist ein Staatsbankrott jedoch in sehr weiter Ferne.

(c)Artikelbild: hpgruesen – pixelio.de

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