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19. April 2010

Flugverbot auf Grund Vulkanausbruch erhitzt die Gemüter

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Ein Vulkanausbruch legt einen Großteil des Luftverkehrs über Europa lahm. Seit mittlerweile einer halben Woche stehen die Maschinen unzähliger Fluggesellschaften still und ein Ende ist nun langsam in Sicht. Das Flugverbot ist nun teilweise gelockert und einige Airlines haben Antrag auf Sichtflug gestellt – um zumindest die „gestrandeten“ Passagiere weiter reisen lassen zu können.

Vor allem der Volkswirtschaftliche Totalausfall wurde in den letzten Tagen mehr als einmal bemüht um die Politik zur Aufhebung des Flugverbotes bewegen zu können. Dabei wurden Zahlen in Millionenhöhe vorgelegt und die Geister schieden sich an den ethischen, moralischen, wirtschaftlichen und finanziellen Ansichten über das verhängte Take-Off-Verbot.

Auch der Verkehrsminister der Bundesrepublik Deutschland, Peter Ramsauer, wurde von den Fluggesellschaften an den Pranger gestellt. Es sei von ihm unverantwortlich, sich nur auf Daten eines einzigen Institutes aus dem Ausland zu verlassen, ob die Sicherheit in der Luft gewährleistet sei.

Doch wie gefährlich ist der Flug in der „Aschewolke über Europa“ tatsächlich? Darauf kann derzeit  kaum eine Antwort gegeben werden.

Natürlich liegt der finanzielle Schaden für die Airlines im hohen Bereich. Jedoch darf sich die Politik bei solchen Fragen nicht nur auf solche Tatsachen berufen, wenn es um die Sicherheit der Passagiere geht.

Mit Sicherheit ist es keine leichte Entscheidung, ob man Startfreigabe gibt oder nicht. Im Zuge der ganzen Diskussion lässt sich jedoch nüchtern betrachtet ein weites Feld betrachten.

Es geht bei solchen Entscheidungen weniger um die Frage, wie viele Flugrouten beeinträchtigt sind, oder gar gefährdet, als viel mehr um die Tatsache, dass eine Gefährdung vorliegt. Denn wer mag zu diesem Zeitpunkt wirklich Beurteilen können, dass nicht auch nur ein Flugzeug höheren Gefahren in der Luft ausgesetzt sei, als normalerweise.Es stellt sich nun einmal nicht die Frage, wie viel ein Menschenleben wert ist.

Um es einmal in Zahlen auszudrücken. Der Verlust eines Menschenleben wird im statistischen Sinne mit etwas über einer Million Euro beziffert. Dabei geht es um den volkswirtschaftlichen Ausfall, der durch den Verlust der Arbeitskraft entstehen würde. Diese durchaus ein wenig grenzwertige Annahme ist jedoch bei der Entscheidungsfindung für das Aufheben des Flugverbots nicht unerheblich. Denn eines ist gewiss. Sollte auch nur eine Maschine nicht im ganzen auf dem Rollfeld eintreffen und es kommt bei Untersuchungen heraus, dass es auf Grund von Instrumentenausfalls durch Vulkanpartikel ist, löst sich sehr schnell die Frage um den Sündenbock.

Denn lieber stehen die Tage einen Tag länger auf dem Vorfeld der Flughäfen, als dass unnötiger Weise Menschenleben auf Grund „entgangener Gewinne“ riskiert werden.

Für alle, welche die statistischen Hochrechnungen lieben, sei einmal folgender Vergleich vorgebracht.

Angenommen die Wahrscheinlichkeit, das ein Zwischenfall während eines Fluges auftreten kann, steigt von 0,001 % auf 0,01 %. Dies legt bei etwa 10.000 Flügen eine Maschine mit Problemen zu Grunde. Und dass, obwohl die Maschinen immer noch zu 99,99% sicher wären.

Somit stellt sich nicht die Frage, warum bei klaren Himmel über Deutschland die Maschinen am Boden bleiben müssen. Sondern nur, wie kann man mit möglichst wenig Umstand für die Passagiere am Boden deren Weiterreise organisieren.

Denn eines ist klar. Sobald die Maschinen wieder Fliegen, kann man sich mit der Gewissheit wie bei jedem anderen Flug in das Flugzeug setzen, dass man in sicheren Händen und Umfeld seinen Flug antreten wird.

Und bis dahin sollten alle in den sauren Apfel beißen und es rational sehen. Gegen die Naturgewalten ist der Mensch machtlos. Kein Klima- oder Geomodell ist genau genug, ein solches Risiko ohne Messungen auszuschließen. Und Messungen dauern ihre Zeit. Denn Sie sollten genau sein.

Daher sollten alle abwarten, wie sich die Politik und der isländische Gletschervulkan entscheiden werden. Mit Sicherheit wird Sicherheit gewährleistet werden.

Von Erique Feltoin

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