Schwindel bei Atompolitik? – Wie bei der Brennelementesteuer getrickst wird

Dem Verbraucher wurde mit der Brennelementesteuer eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke schmackhaft gemacht und durch die zu erwartenden Mehreinnahmen aus diesem Bereich Steuerentlastungen finanziert werden. Doch anscheinend haben die großen Energiekonzerne in Deutschland jetzt doch einen Weg gefunden, um die Zahlung zu umgehen.

Zumindest bei RWE scheint dies der Fall zu sein und das Unternehmen könnte umgerechnet 280 Millionen Euro an Steuern sparen. RWE plant am Atomkraftwerk B in Biblis den vorzeitigen Austausch von Brennelementen und könnte dadurch die Zahlung umgehen. Die neue Abgabe für den Austausch von Brennelementen gilt nämlich erst ab Januar 2011. Zuvor hatte es einen Bericht der Frankfurter Rundschau gegeben, indem angekündigt wurde, dass RWE die Hälfte aller Brennelemente noch in diesem Jahr austauschen will.

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Normale Vorgehensweise

Auf Nachfrage erklärte nun ein RWE-Sprecher, dass man den Reaktor im November herunterfahren will, um Reparaturarbeiten an einer Turbine durchführen zu können. Bei dieser Gelegenheit sollen dann auch gleich die Brennelemente ausgetauscht werden. Dies sei ein völlig normaler Vorgang und mit physikalischen Begebenheiten leicht zu erklären, wie der Sprecher weiter betonte.

Allerdings soll nach den Angaben der Frankfurter Rundschau diese Zahl der auszutauschenden Brennelemente mit 92 sehr hoch sein und nur 2001 gab es mit 96 ausgetauschten Elementen einen ähnlich hohen Wert. Die Jahre dazwischen seien immer nur zwischen Null und 72 Brennelemente ausgetauscht worden sein. Bei den anderen großen Betreibern von Kraftwerken, EnBW, Vattenfall und Eon, wird hingegen betonten, dass bei Ihnen derzeit keine ähnlichen Pläne bestehen und ein Austausch der Brennelemente für dieses Jahr auf keinen Fall mehr vorgesehen ist.

Artikelbild: flickr – Creativ Commons Lizenz (Name/k. Bearb.) – tamaphi

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